1

Daten & Fakten zur Armut in Brandenburg

  • Jedes vierte Kind unter 18 Jahren gilt als armutsgefährdet.
  • Etwa 19% der unter 15 jährigen erhalten Leistungen der Grundsicherung (als ­nichterwerbsfähige Hilfebedürftige).
    Hilfequoten unter 15 Jahre_SGB II Juni15
  • Dabei gibt es starke regionale Unterschiede.
    Hintergrund_und_Fakten_3Hintergrund_und_Fakten_1
  • Bereits die Hilfequote der Kinder unter 3 Jahren in Bedarfsgemeinschaften im Rechtskreis des SGB II liegt bie 21 Prozent
    Hilfequoten unter 3 JahreSGBII Juni15
  • In einigen nördlichen Landkreisen und in den kreisfreien Städten (mit Ausnahme Potsdams) lebt annähernd jedes dritte kleine Kind unter 3 Jahren in Familien im Grundsicherungsbezug.
    Hintergrund_und_Fakten_2

mehr Infos

2

Was bedeutet es arm zu sein

  • 20 Prozent der Kinder im Grundsicherungsbezug leben in beengten Wohnverhältnissen → 3,9 Prozent aller Kinder
  • 76 Prozent können keinen Urlaub von mindestens einer Woche machen → 21 Prozent der übrigen Kinder
  • 14 Prozent der Kinder im SGB-II-Bezug leben in Haushalten ohne Internet → Übrige: 1 Prozent
  • 38 Prozent leben in Haushalten ohne Auto → Übrige: 1,6 Prozent
  • 31 Prozent ist es nicht möglich, wenigstens einmal im Monat Freunde zum Essen nach Hause einzuladen → Übrige: 3,3 Prozent
  • 10 Prozent der Kinder mit SGB-II-Bezug besitzen nicht alle Haushaltsmitglieder ausreichende Winterkleidung → Übrige: 0,7 Prozent

Quelle: www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2015/mai/bedarfslagen-von-familien-in-prekaeren-lebensverhaeltnissen/

mehr Infos

3

Zusammenhang niedriger Sozialstatus der Familien und Kindergesundheit

In der Gesundheitsberichterstattung des Landes Brandenburg erlaubt der Sozialstatus Auswertungen zum Einfluss sozial bedingter gesundheitlicher Unterschiede. Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus zeigen häufiger Gesundheitsstörungen im Vergleich zu Kindern aus Familien mit hohem Sozialstatus. Ebenfalls haben sie zweieinhalb Mal so häufig chronische Erkrankungen im Vergleich zu Kindern aus Familien mit hohem Sozialstatus (24,8 % vs. 9,1%).

Die Daten und Interpretationen werden auf der Gesundheitsplattform Brandenburg zur Verfügung gestellt.

www.gesundheitsplattform.brandenburg.de – nach sozialer Lage

Die Koppelung von niedrigem Sozialstatus und Gesundheitszustand der Kinder ist am deutlichsten bei folgenden vier Indikatoren:

  • Emotionale/soziale Störungen
  • Bewegungsstörungen
  • Sprach- und Sprechstörungen
  • Adipositas (starkes Übergewicht)

mehr Infos

4

Emotionale / Soziale Störungen

Bei der Einschulungsuntersuchung 2013 wurde durch die Ärztinnen und Ärzte des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes bei 8,2 % aller Einschüler eine emotionale/soziale Störung festgestellt. Jungen waren mit einer Rate von 10,2 % im Jahr 2013, wie auch in den Vorjahren, stärker betroffen als Mädchen (5,9 % in 2013). Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus zeigten 3,6-fach höhere Raten im Vergleich zu Gleichaltrigen aus Familien mit hohem Sozialstatus.

mehr Infos

5

Bewegungsstörungen

Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus zeigen eine 3,5-fach höhere Rate im Vergleich zu den Gleichaltrigen aus Familien mit hohem Sozialstatus.

mehr Infos